Blog - Mathan Kesavan

Mythos: Hochzeitsfotografen verdienen wie Rockstars?!


Eine häufige Frage was mir als Fotograf gestellt wird ist; „Warum kosten Hochzeitsfotos so viel?

Im Netz findet sich auf meine Frage hin nicht wirklich was. Und so dachte ich, dass ich ein eigenes kurzes Statement dazu abgeben sollte, um den Mythos aufzuklären.

Als freiberuflich Fotograf ist man selbständig und nicht angestellt. Nehmen wir also an, der Stundensatz sollte bei mind. 15€/Std Netto liegen. Man ist ja auch KEIN unqualifizierter Arbeiter, denn um diesen Job auszuführen braucht auch ne menge Gehirnschmalz und einen Haufen voller Kreativität.

Somit sind wir bei 25€/Std Brutto. Die Abgaben gehen in Form von Einkommensteuer und Krankenkasse Beiträge ab.

Bei einer ganztägigen Hochzeit ist man in der Regel ca. 10 Std unterwegs. Angefangen von der Vorbereitung beim Friseur, Trauung bis hin zur Party. Ergibt dann:

25€/Std x 10Std = 250€.


Kunde: Nun von wo kommen die Mehrkosten?

Antwort: Die entstehen, weil man pro geschossenes Foto 3x mehr Zeit in der Nachbearbeitung braucht. Bedeutet Bei 10 Std hat man ca. 1000 Fotos am Ende. Also muss in der Nachbearbeitung nochmal 30 Std an Zeit investiert werden. Alle Fotos die Ihr im Netz sieht, wie z.B. auf Instagram, sind zu 99% bearbeitet. Ohne Bearbeitung fehlt der künstlerische Ausdruck. Dann kann ein Foto schnell wie ein trübes Zeitungsbild wirken.

Also 30 Std. + 10 Std. = 40 Std.

Ergibt quasi eine Woche Arbeit!

Hinzu kommen noch 19% MwSt.

Hochgerechnet sind wir dann bei € 1190,00
Natürlich gibt es auch Hochzeitsfotografen, die für den Auftrag € 2000 oder € 3000 nehmen. Liegt darin, dass ihr Look und Qualität über den durchschnitt liegen und Kunden für den wichtigsten Tag in Ihrem Leben dafür bereit sind mehr zu bezahlen.


Kunde: Ein Freund von mir / Cousin hat eine Spiegelreflex und nimmt dafür nur 200 €!

Antwort: Natürlich gibt es auch einstiegs Spiegelreflex / Systemkameras für 400€. Aber das ist nicht mit einer professionellen Ausrüstung für mehrere Tausend Euro zu vergleichen. Das Equipment von mir liegt bei ca. € 13,000. Eine Menge Asche, die sich aber sehen lässt. Nämlich dann, wenn die Schönheit eines Augenblicks perfekt festgehalten wurde. Allein dafür muss man schon mind. 15€ Netto nehmen. Dazu kommt noch, dass Jahr für Jahr ein Objektiv oder auch ein mobiler Studio Blitz kaputt geht oder verschleißt.


Hochzeitsfotografie ist sehr anspruchsvoll in der Ausführung. Es geschehen viele Sachen rasch nacheinander. Wenn man hier nicht genug Erfahrung / Übung hat, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass das Foto nicht geschossen wird. Außer beim gestellten Shooting, hat man fast keine Möglichkeit die Szene zu wiederholen. Ich kann mir auch eine Bohrmaschine bei OBI kaufen, aber bin ich dann ein Handwerker, der eine Wasserleitung Zuhause reparieren kann? Eher nicht!

Diejenigen Fotografen, die doch für 300 € am Tag fotografieren, wissen wenig darüber wie das deutsche Finanzsystem funkuniert und sind spätestens dann , wenn sich das Finanzamt bei Ihnen meldet bankrott.

Nach 10 Jahren Selbständigkeit, weis ich genau wovon ich rede.

Meine Empfehlung: Übergibt lieber einen Profi diesen Job, damit Ihr euch an eurem wichtigsten Tag keinen Kopf über die Fotos machen müsst, sondern den Tag genießt könnt.

Fotos sind das Einfangen von Momenten und Erinnerungen, und es sollte euch Freude bereiten, diese Aufnahmen auch noch nach zehn Jahren mit einem Lächeln zu betrachten....


Nun erstmal danke für Zuhören!

Euer Mathan










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